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Besuchen Sie Gränsfors
Das Axtmuseum
Neben der Schmiede liegt das Gränsfors Axtmuseum, das vom Boden bis zur Decke mit mehr als 2.000 Äxten gefüllt ist.
ERLEBEN SIE DIE GESCHICHTE DER AXT
Direkt neben der Schmiede befindet sich das Gränsfors Axtmuseum, in dem über 2.000 Äxte vom Boden bis zur Decke ausgestellt sind. Wer glaubt, dass alle Äxte gleich sind, wird hier überrascht – es gibt spezialisierte Äxte für nahezu jeden Zweck.
Die Sammlung des Museums umfasst eine große Vielfalt an Äxten, darunter Wurzeläxte, Kerbäxte, Markieräxte, Stemmäxte, Lagerhausäxte, Dechsel, Spitzhacken, Feuerwehräxte, Streitäxte, Henkersäxte und doppelschneidige Wurfäxte, um nur einige zu nennen. Die älteste Axt aus Gränsfors ist eine kleine Steinaxt, die etwa 3.500 Jahre alt ist und am Ufer des Flusses gefunden wurde.
Zu sehen sind außerdem Axtmodelle, die bei Gränsfors Bruk geschmiedet wurden, sowie Äxte, die in Gränsfors hergestellt wurden, bevor die Schmiede gegründet wurde. Sie geben einen einzigartigen Einblick in die lange Tradition der Axtfertigung in der Region.
Wann kann ich das Museum besuchen?
Der Eintritt ist frei, und das Museum hat die gleichen Öffnungszeiten wie der Fabrikladen.
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SCHÄFERAXT
Bei einer Schäferaxt handelt es sich um eine leichte Axt mit einem langen geraden Holzschaft, an dem sich unten häufig ein Metallknauf befindet. Der Schaft war oft graviert. Schließlich hatte deren Besitzer, der Schäfer, viel Zeit für die Verzierung des Axtschafts. Viele alte und erhaltene Schäferäxte gelten heute als wahre Kunstwerke. Der Axtkopf verfügt über einen Nacken, der sich als Hammer verwenden lässt. Die Axt liegt bequem in der Hand und lässt sich auch als Gehstock nutzen (genau wie eine Bergbauaxt oder ältere Eispickelmodelle).
Im 10. Jh. verwendeten ungarische Krieger leichte Äxte mit langen Schäften, den so genannte Fokos. Bereits davor hatten Bulgaren eine ähnliche Axtart verwendet. Ab dem 15. Jh. gelangten die Schäferäxte aus dem heutigen Rumänien nach Mitteleuropa. Sie wurden von den Hirten vor allem als vielseitige Werkzeuge eingesetzt – sowohl als kleine Axt als auch als Hammer oder Gehstock. Selbst wenn die Axt nicht zum Fällen größerer Bäume genutzt werden konnte, eignete sie sich hervorragend für kleinere Äste. In der Slowakei und in Polen waren Hirten ohne Schäferaxt geradezu undenkbar. Deren Äxte verfügten zudem über schwere Zierriemen.
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FRANZISKA
In mitteleuropäischen Gräbern aus der Zeit von 500 bis 750 n. Chr. wurde mitunter ein ganz besonderes Axtmodell gefunden, das die Bezeichnung Franziskaerhielt. Anfangs war dieses Modell nur bei den Franken gebräuchlich, fand alsbald aber auch bei den Germanen, Burgundern, Langobarden und schließlich den Goten Verbreitung.
Die Franziska wurde meist als Handwaffe im Nahkampf eingesetzt, wobei es galt, die Waffe fest im Griff zu haben. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Krieger seine kostbare Waffe einfach fortwarf und dann unbewaffnet war, auch wenn dies z.B. von den Franken behauptet wird, als diese ihre Gegner im heutigen Italien anfielen. Wurde die Axt hingegen als Jagdwaffe benutzt, geschah dies unter ganz anderen Bedingungen. Bei einem scheuen Tier war es viel schwieriger als bei einem menschlichen Gegner, eine Armlänge Abstand zu halten. Eine Axt konnte schnell, leise und mit hoher Präzision aus der Ferne geworfen werden. Verfehlte sie ihr Ziel, konnte die Axt während der Jagd wieder aufgespürt werden. Eine unmittelbare Bedrohung durch einen Feind wie im Nahkampf gab es dabei nicht.
Die Franziska zeichnet sich durch eine ganz besondere Form aus. An ihr wird deutlich, dass sie als effektive Wurfwaffe konzipiert wurde. Wird eine Franziska korrekt geworfen, rotiert sie einige Male in der Luft, bevor das Axtblatt sein Ziel trifft. In einer Entfernung von 4 bis 5 m zum Ziel dreht sich die Axt einmal, bei einem Abstand von 8 bis 9 m zweimal und bei einer Distanz von 12 bis 13 m werden drei Umdrehungen ausgeführt.
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EISPICKEL
Einen Eispickel setzen Bergsteiger sowohl beim Auf- und Abstieg ein, wenn das Gelände von Eis und Schnee bedeckt ist. Der Pickel lässt sich je nach Bedarf und Umgebung auf verschiedene Weise halten und verwenden. Der Ursprung des Eispickels war ein so genannter Alpenstock. Dieser lange Holzstock mit Eisenspitze wurde seit dem Mittelalter von Hirten in den Alpen verwendet.
Im Jahr 1786 bestiegen Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard als Erste den Mont Blanc. Abbildungen belegen, dass Balmat zwei separate Werkzeuge, einen Alpenstock (Bergstock) sowie eine kleine Axt mit sich führte, mit denen er Stufen in die eisigen Hänge hieb .Der erste Eispickel-Hersteller Grivel hat diese beiden Werkzeuge vereint und fertigte 1840 den ersten richtigen Eispickel.
Im Jahr 1978 begründete die Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA)die formalen Standards für die Sicherheit und Funktionstüchtigkeit von Eispickeln. Dies führte u.a. dazu, dass der traditionelle Holzschaft durch einen aus Metall ersetzt wurde.
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DIE AXT IM BERGBAU
Die Bergbauaxt bzw. der Steigerstock entwickelte sich aus Äxten, wie sie bereits seit dem frühen Mittelalter von Bergleuten in Mitteleuropa bei ihrer Suche nach Erz (vor allem Kupfer- und Silbererz) verwendet worden waren. Die Bergbauaxt hat sich im Laufe der Zeit zu einem Zeichen der Bergmannswürde und des Berufsstolzes entwickelt.
Dieses Axtmodell gelangte vermutlich bereits im 14. Jh. mit deutschen Bergleuten ins schwedische Bergwerk von Falun. Ihre größte Verbreitung erlangte die Axt dann im 17. Jh. Bergbauäxte zeichnen sich in der Regel durch ihre sehr aufwändigen Gravuren am Axtkopf aus.
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